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Archive for December, 2011

PostHeaderIcon 13. Oktober 1939 U-47 2. Feindfahrt

02:00 Uhr

Beginnen unseren Anlauf auf die Orkneys, momentan stehen wir noch ca. 170sm östlich. Liegen gut im Zeitplan um uns in der kommenden Nacht von 13.-14. Oktober nach Scapa Flow einzuschleichen, falls alles glatt geht und unsere britischen Freunde mitspielen…

07:30 Uhr

Die Nacht ist soweit Ruhig verlaufen, bei einsetzender Morgendämmerung gegen halb acht gebe ich Befehl zum tauchen, unter Tags setzen wir unseren Marsch auf 20m fort.

12:30 Uhr

erhalten ein FT über Einzelfahrer, ca. 90sm SO, setzen unseren Marsch aber unbeirrt fort.

17:46 Uhr

“Schnelle Schraubengeräusche in 121, Herr Kaleu….” unterbricht unser Mann am Sonar den etwas eintönigen Tagesverlauf. “….weit entfernt und sehr schwach”.

“Sehr gut, das dürfte bereits der erste Tommy sein der uns vor Scapa erwartet.” entgegne ich. “Weiter beobachten wohin der Kontakt auswandert, schadet nicht wenn wir wissen wo hier die Patrouillen eingeteilt sind, das kann später sicherlich noch hilfreich sein”.

Später stellt sich heraus das unser Bewacher ca. 12-14sm nördlich von uns patrouilliert, vermutlich auf einem lang gezogenem O-W Streifen.

18:05 Uhr

Die Abenddämmerung setzt ein, wir werden erst bei vollkommener Dunkelheit auftauchen um einer vorzeitigen Entdeckung zu entgehen. Hoffentlich kommen wir diese Nacht weiterhin gut voran, um rechtzeitig bei Stillwasser im Kirk Sound zu sein.

20:04 Uhr

“Kontakt, Peilung 018” meldet sich unser Funkmaat am GHG erneut, “scheint wieder ein Bewacher zu sein”.

“Hmmm, gute 2 Stunden seit dem letzten Kontakt, könnte sich um den gleichen Bewacher wie um 17:46 handeln…” murmel ich vor mich hin während ich die vermutete Position des erneuten Horchkontakts auf der Seekarte vermerke. “Zumindest wissen wir jetzt dass wir uns nicht zu weit nach Norden wagen sollten”.

Kurze Zeit später gebe ich Befehl auf Periskoptiefe zu gehen, ganz leicht ist noch die Abenddämmerung zu erkennen, aber ansonsten keinerlei Sichtkontakte. Also können wir in Ruhe auftauchen um ein wenig Frischluft ins Boot zu bringen, und unsere Batterien nochmals laden.

Das letzte Stück bis Rose Ness können wir schnell Überwasser zurücklegen, unser finaler Anlauf auf Scapa Flow hat begonnen!

20:47 Uhr

In 296° tauch ein Zerstörer auf, mittlerweile ist es zum Glück schon so dunkel das er uns unmöglich entdecken kann, aber wir gehen sicherheitshalber trotzdem ein wenig auf Nordkurs, um uns wieder außer Sichtweite zu bringen. Unbeirrt hält der Tommy Kurs Ost, und wandert somit schnell wieder aus.

“Da Horst, sieh mal…” deutet unser I WO auf den Nachhimmel “…Möwen!”. “Scheint so als ob wir bereits in der Nähe von Land wären”. Und tatsächlich taucht kurz nach 22 Uhr die Küste von Rose Ness am Horizont auf.

“Zerstörer direkt voraus” meldet plötzlich einer der Wachhabenden. Ich schnappe mir sofort mein Fernglas. “Scheint zum Glück Südkurs zu halten. Auf Kurs Nord gehen, große Fahrt voraus, sehen wir zu das wir ganz knapp an die Küste ran kommen, bei der Dunkelheit und so knapp unter der Küste sind wir nur sehr schwer auszumachen”.

23:00 Uhr

“Meine Herren, ab jetzt wird’s ernst. Bis jetzt ist ja alles bemerkenswert einfach verlaufen, und das Wetter scheint uns auch wohl gesinnt zu sein, packen wir’s an” gebe ich eine kurze ungeplante Ansprache auf der Brücke. “Ab jetzt müssen alle 100% bei der Sache sein, und passt mir ja auf Minen und Netze auf, es darf keine Fehler geben!”

“Alle Mann auf Gefechtsstation, Selbstversenkungsladungen klar machen!”

Gegen 23:10 passieren wir Rose Ness, noch einmal werfe ich einen Blick auf die Karte…

Unser Zerstörer im Süden wird uns nie ernsthaft gefährlich, bleibt immer brav auf gut 5-10sm Abstand so das wir gegen 23:10 ungehindert in den Holm Sound eindringen können. Laufen abwechselnd mit Großer Fahrt bis Äußerste Kraft, um möglichst wenig Zeit hier zu verbringen.

23:20 Uhr

Im südlich gelegenen Skerry Sound werden als erstes die Sperrschiffe sichtbar, kurze Zeit später wird auch die im Kirk Sound. Wir entscheiden uns für Durchbruch durch den Kirk Sound, hier sind wie auf den Luftaufnahmen tatsächlich die größten Lücken ersichtlich.

Erblicken auf Höhe Lamb Holm auch die Küstenstation am nördlichen Ufer, passieren aber unentdeckt.

23:30 Uhr

“Na das ging ja bis jetzt überraschend einfach” bemerke ich so nebenbei zu unserem I WO “Keinen Minen, keine Netze, Wir sind drin’!”.

Ein paar Minuten später erblicken wir das erste Schiff voraus, scheint sich um einen leichten Kreuzer oder einen Zerstörer zu handeln, jetzt bloß keine Fehler machen!

“Herr Kaleu, da voraus an der Küste ist glaub ich eine Netzsperre befestigt” meldet sich einer unserer Wachhabenden. “Wir bleiben auf Großer Fahrt, schön mittig aus dem Sound heraus draufhalten, das Netz scheint relativ tief zu hängen”

23:40 Uhr

Bange Momente tun sich auf als wir auf das Sperrnetz zuhalten, aber es scheint tatsächlich so als ob wir da ohne größere Probleme drüber kommen könnten. “Die rechnen wohl nicht damit das wir aufgetauch kommen, was LI? Das Ding ist nur gut um getauchte Boote zu stoppen!”

Lediglich ein leichtes Kratzgeräuch ist zu hören als wir mit dem Bug auf das Netz treffen, doch ansonsten scheinen wir ohne weiteres drübergleiten zu können. “Wolfgang, präg dir mal genau unsere Position ein, nachher müssen wir wieder genau an der selben Stelle raus, da darf nichts schiefgehen, ich würd’ nur ungern hier drin’ bleiben müssen.”

“Auf Kurs NW gehen, immer ganz dicht entlang der Küste bleiben, dann sind wir von Seiten der Bucht nur ganz schwer auszumachen”

“Herr Kaleu, unser leichter Kreuzer ist leider nur ein Zerstörer, und da vorne liegt gleich noch einer, scheinen beide ruhig vor Anker zu liegen, die Kessel werden auf alle Fälle nicht befeuert” meldet sich unser IWO. “Verdammt, ich habe eigentlich gehofft das wir nicht allzu lange hier bleiben müssen, aber halten wir mal weiter Ausschau hoffentlich kommt bald ein dicker Pott in Sicht” entgegne ich.

23:52 Uhr

“Da scheint sich was dickes anzubahnen, dort direkt voraus” meldet der I WO. “Sieht aus wie ein Truppentransporter, schon mal nicht schlecht, aber deswegen hätten wir nicht hierher kommen müssen!” antworte ich, schon mit etwas schlechter Laune.

“Nun, dann lasst uns mal die Ostküste der Bucht absuchen, auf Kurs SW gehen, hinunter bis zu den Bring Deeps, von dort aus sollten wir auch einen Blick auf die Tankstation bei Lyness werfen können, dort waren auf den letzten Luftaufnahmen zumindest noch einige lohnenswerte Ziele zu sehen” gebe ich die notwendigen Befehle. “Schon Mitternacht, jetzt sind wir bereits eine halbe Stunde hier drinnen und noch immer hat uns niemand entdeckt, die scheinen wirklich alle zu schlafen! Wir müssen aufpassen das wir jetzt nicht übermütig werden, immer schön bei der Sache bleiben Jungs!”