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Archive for June, 2012

PostHeaderIcon 17.-18. Oktober 1939 U-47 2. Feindfahrt

17. Oktober 1939

Kurz vor 1 Uhr in der Früh kommt ein FT vom BdU herein in dem erklärt wird das ab sofort der Englische Kanal für Uboote gesperrt ist. “Naja, dorthin hätten wir uns sowieso nicht mehr freiwillig verirrt” scherze ich, obwohl sich dadurch unser Anfahrtsweg in den Atlantik bedeutend verkürzen würde. Aber aufgrund der Minengefahr meide ich bereits seit Kriegsbeginn dieses Nadelöhr!

 

02:30 Uhr

“Schiff gesichtet, steuerbord querab” meldet einer der Wachhabenden.

Als ich auf die Brücke komme und einen Blick durchs Fernglas nehme sehe ich ein Feuerschiff und nebenbei einen kleineren Kutter. “Hmmm, sieht mir aus wie Fischer, aber sehen wir uns das mal an” gebe ich Befehl. “Aber nicht zu dicht ran, passt mir bloß wegen deren Netze auf!”

Eine knappe halbe Stunde später sind wir bis auf wenige 100m ran. Wir sind rechtzeitig getaucht um uns unter Wasser anzuschleichen…

“Fischer, wie vermutet. Sieht nach Holländern oder Belgiern aus, auf alle Fälle keine Briten” Nun ja, so ein kleiner Kutter wäre auch kein sehr ehrenvolles Ziel gewesen. “Kleine Fahrt zurück, wir entfernen uns wieder auf dem gleichen Weg den wir gekommen sind, wer weiß wo der sein Netz hier rumtreiben hat, das brauchen wir nicht in den Schrauben…”

Kurz nach 3 Uhr morgens tauchen wir wieder auf um unseren alten Kurs Richtung Heimat fortzusetzen.

Bei Beginn der Morgendämmerung befinden wir uns schon fast auf Höhe der Ostfriesischen Inseln, wir bleiben daher aufgetaucht und laufen weiterhin Große Fahrt. Brennstoff ist nach unserer kurzen Unternehmung ja zum Glück kein Thema.

Kurz vor Mitternacht erreichen wir unseren vereinbarten Treffpunkt wo wir um 9 Uhr morgens von einem Sperrbrecher abgeholt werden sollten.

18. Oktober 1939

09:00 Uhr

Pünktlich erscheint unser Sperrbrecher am Horizont und begleitet uns nach Wilhelmshaven, wo wir gegen 11 Uhr vormittags festmachen.

Unser Empfangskomitee nimmt sich eher bescheiden aus, was mir im Grunde nur recht ist. Nichts desto trotz hat es sich der BdU nicht nehmen lassen persönlich zu erscheinen. Nachdem er zu uns an Bord gekommen ist lasse ich die Mannschaft am Achterdeck antreten, Dönitz spricht ein paar markige Wort zu uns, und lobt unser mutiges Vorgehen, doch auch in seiner Stimme spürt man ein wenig die Enttäuschung über den geringen Erfolg.

Kurz vor dem Abtreten kramt er noch in seiner Brusttasche und verleiht mir das Ritterkreuz. Sicherlich eine große Ehre für mich, jedoch war ich nie jemand der unter besonders starken Halsschmerzen litt, und das wissen meine Jungs zum Glück auch.

Trotzdem fließt an diesem Abend der Alkohol in Strömen, und fast alle Mannschaftsmitglieder gratulieren mir persönlich, auch wenn einige dabei schon ordentliche Probleme mit dem Gleichgewichtssinn haben. Die Freude darüber diese waghalsige Feindfahrt ohne Verluste überstanden zu haben kennt bei den meisten keine Grenzen!