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Archive for June, 2015

PostHeaderIcon 27.-30. November 1939 U-47 3. Feindfahrt

27. November 1939

08:30 Uhr

Die Nacht verlief soweit ruhig, im Osten hat die Morgendämmerung eingesetzt, wir befinden uns gut 150sm NO der Shetland Inseln, werden versuchen auch bei Tageslicht über Wasser zu marschieren. Wir müssen Zeit und somit Proviant sparen um möglichst lange im Zielgebiet patrouillieren zu können. Brennstoff ist soweit kein Problem, der LI meldet das wir noch geschätzte 75cbm zur Verfügung haben.

Der Rest des Tages verläuft ruhig.

 

28. November 1939

Um 2 Uhr Morgens fangen wir ein FT von U-35 Kptlt. Lott ab, er hat einen Tanker mit 12000 ts versenkt, keine schlechte Leistung für ein VII A Boot das schon seit 1936 in Dienst steht.

10:26 Uhr

Gebe Übungsalarm um die Jungs mal wieder etwas zu testen. Das Boot ist innerhalb von 35 Sekunden unter Wasser, erreichen 180m  nach 2:55. Abschließend Prüfungstauchen bis 200m und ein bisschen Störungsexerzieren bis Mittag.

12:10 Uhr

Wir fangen ein weiteres FT von U-35 ab worin über Kontakt mit einem britischen schweren Kreuzer in AN23 berichtet wird. Das ist unweit von unserem Kontakt mit dem britischen Verband vor ein paar Tagen, hoffentlich haben die Jungs auf U-35 mehr Glück und können das Ding versenken!

Wenige Minuten später geht es mit Alarm in den Keller, diesmal ist es aber keine Übung, ein englischer Doppeldecker kommt direkt aus der Sonne und wird erst spät gesichtet, Wir sind erst auf 35m als er seine tödliche Fracht knapp an Steuerbord abwirft!

Doch die Fliegerbomben liegen zu ungenau und wir kommen nochmal mit dem Schrecken davon. Wir bleiben für den Rest des Tages auf 100m getaucht und laufen langsam ab, da nun nach Bekanntwerden unserer Position sicher mit mehr Aktivität in diesem Seegebiet zu rechnen ist!

21:00 Uhr

Nach intensiven Rundhorchen und Rundumblick entschließe ich mich zum auftauchen. Wir werden hoffentlich die ganze Nacht mit 1/3 Fahrt marschieren können, das Wetter wird von NO her allmählich schlechter, der Wind hat etwas aufgefrischt auf Stärke 6-7 und die Bewölkung hat etwas zugenommen.

 

29. November 1939 (7. Seetag)

09:30 Uhr

Der Morgen bricht an, über Nacht hat es von Osten her etwas aufgefrischt. Der Wind kommt nun mit Stärke 7 aus NO, wir haben also etwas Rückenwind, der uns bei dieser rauhen See hilft. Leichter Nebel und Nieselregen umhüllt das Boot als wir uns der Passage zwischen den Hebriden und den Färöer Inseln nähern.

Normalerweise ist dies ein stark bewachtes Seegebiet, nachdem wir schon gestern Bekanntschaft mit der Luftüberwachung gemacht haben lasse ich diesmal schon kurz nach Sonnenaufgang auf 30m gehen. Wohltuende Ruhe kehrt ein als das Boot aufhört im Wellengang zu schlingern.

18:30 Uhr

Die Sonne ist bereits seit gut 2 Stunden wieder hinter dem Horizont verschwunden. Wir sind erneut zum Nachtmarsch aufgetaucht. Gegen 19 Uhr gibt Radio Berlin bekannt das Prien einen Schweren Kreuzer der London Klasse östlich der Shetlands versenkt hat.

Ich schlage in unseren Erkennungshandbüchern nach. “Hmmm, könnte sein das das der selbe Verband war den wir vor 4 Tagen vor Norwegen gesehen haben” sage ich zu unserem LI in der Zentrale, “die London Klasse hat verdammte Ähnlichkeit mit unserem leichten Kreuzer Fiji , die gleichen senkrechten Schornsteine, die selbe Anordnung der Türme. Vielleicht ist uns da doch ein großer Fang durch die Lappen gegangen, aber das hat Prien ja jetzt für uns erledigt, zumindest dürfte unsere Fühlungsmeldung nicht umsonst gewesen sein!

Wenige Minuten später bekommen wir erneut ein undeutliches FT von U-35 herrein, Kptlt Lott.

…..Wab er d u g Bo t w rd erlass n un sel st ver enkt G hen in ef nge s haft…..

“Sieht aus als hätte es U-35 erwischt, zum Glück kamen die nochmal an die Oberfläche, der Krieg ist für die Jungs nun erstmal vorbei.” rede ich laut mit mir selber als mir unser Funkmaat das FT reicht, “Dabei hatten die gestern noch soviel Glück mit ihrem 12000 ts Tanker”

30. November 1939 (8. Seetag)

Die Nacht verlief Ruhig, kurz vor 10 Uhr morgens gehen wir wieder auf 30m für unseren Tagesmarsch, wir befinden uns nun genau zwischen Nordwest Schottland und den Färöer Inseln

Auch unter Tags gab es keine besonderen Vorkommnisse, kurz nach 18 Uhr tauchen wir auf um wiederum im Schutze der Dunkelheit mit unseren Dieseln zu marschieren. Wir gehen auf Kurs 210°, ich möchte mich möglichst nahe an die äußeren Hebriden wagen, um dann an deren südlichen Ausläufern vorbei etwas in den Ausläufern des Nordkanals zu operieren. Dort sollte eigentlich immer relativ dichter Schiffsverkehr herrschen.

Während wir die verpassten FTs hereinholen erreicht uns via Norddeich Radio die Meldung das die Russen Finnland angegriffen haben. Der Krieg scheint sich auszuweiten…..