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PostHeaderIcon 26. Juli 1939 U-47 1. Feindfahrt

06:00 Uhr

“Beide Maschinen kleine Fahrt voraus”, ein kurzer Befehl und schon begannen beide Diesel sanft zu arbeiten. Immer wieder eine Freude zu sehen wie zuverlässig die Dinger anspringen. “Einen schönen Morgen haben wir für unsere erste große Ausfahrt erwischt” sagte ich beiläufig zum IWO, “hoffentlich bleibt es so”.

Mit ca. 7 Knoten verließen wir das Hafenbecken in Wilhelmshaven. Die Sonne entfaltete bereits ihre Kraft und es wurde schnell heller. Um diese Uhrzeit sah alles ziemlich malerisch aus

06:15 Uhr

Auf unserer Fahrt entlang der Hafenmole passierten wir die Tirpitz, noch war sie nicht fertig und lag hier ohne Geschütztürme vor Anker, aber bald würden Sie und ihr Schwesterschiff die Bismark der ganze Stolz der Kriegsmarine darstellen.

Zusätzlich lagen einige Zerstörer und Begleitschiffe vor Anker, und die Luftwaffe flog Luftsicherung mit zwei Messerschmitt BFf 109. Wohl um für den Ernstfall zu üben, die Tirpitz war hier im Kriegsfall doch durchaus der Gefahr von feindlichen Luftangriffen ausgesetzt.

Wir folgen weiterhin brav unserem Geleit, noch gibt es zwar noch keine Gefahr durch feindliche Minen oder Luftangriffe, aber wer weis ob sich das nicht bald ändern wird.

Kurze Zeit später ergibt sich das erste kleinere Problem als vor Wilhelmshaven ein großer amerikanischer Frachter am Horizont auftaucht. “Eigentlich wollte ich jeglichen Kontakt zu anderen Schiffen vermeiden, es muss niemand wissen wann und wohin wir auf Patrouille ausfahren, und jetzt laufen uns diese Yankees über den Weg!” gebe ich mit leicht grimmigen Unterton vor mir, während ich mit dem Fernglas den Amerikaner beobachte. “Hmmm, ein ganz schön dicker Brocken, gute 10000 ts. Im Kriegsfall wär er mir jederzeit willkommen” witzel ich vor mich hin “Vielleicht läßt sich da ja was arrangieren, soll ich mal die Varta Lampe holen?” entgegnet der IWO scherzhaft. “Ach, mit deinem Englisch würden die da drüben doch kein Wort versteh’n” entgegne ich lachend. “Naja, lässt sich nicht vermeiden das die uns sehen, andererseits wissen die ja nicht wohin wir fahren, es könnte ja eine ganz normale Übungsfahrt in die Nordsee sein”, alsbald ist mein Ärger wieder verflogen.

07:10 Uhr

Unser Geleitschutz hat uns mittlerweile verlassen und wir nehmen Kurs auf unser Operationsziel. Der Amerikanische Frachter läuft zwar eine Zeit lang Parallelkurs, aber verschwindet dann doch achteraus hinter dem Horizont.


09:28 Uhr

“Jede Menge Verkehr haben wir hier heute, aber das ist zumindest eine gute Übung für uns”, erneut laufen uns zwei Frachter entgegen, einer im Süden und einer im Norden. Beide laufen zum Glück Ostkurs. Jedoch da uns der südliche etwas zu nahe kommt beschließen wir für 30 Minuten auf Seerohrtiefe zu gehen. Sobald wir die Ostfriesischen Inseln hinter uns haben sollte der Verkehr weniger werden, und dann bietet sich eventuell auch die Möglichkeit für einen Scheinangriff, ich möchte diese Patrouille so gut wie möglich als Probe für den Ernstfall nützen.

Im übrigen beträgt hier die Wassertiefe nur ca. 15m-20m, weswegen wir uns Unterwasser nur vorsichtig mit kleiner Fahrt bewegen.

Nach mehreren Begegnungen mit verschiedenen Frachtern denen wir konsequent aus dem Weg gingen erreichen wir gegen Abend die Höhe der holländischen Küste. Wir haben strikte Anweisung die Hoheitsrechte fremder Staaten zu wahren, weshalb wir von nun an Respekt-Abstand zur Küste halten.