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PostHeaderIcon 9. Oktober 1939 U-47 2. Feindfahrt

05:45 Uhr

Früh am Morgen geht es wieder raus, laut Nordseebefehl #16 durfte ich die Mannschaft bisher nicht über unsere Operationsziele aufklären, man weiß ja nie ob dann nicht auch zuhause darüber geplaudert wird. Für das Gelingen unseres Auftrags war Geheimhaltung von höchster Wichtigkeit, weshalb ich die Offiziere nur über unser sekundäres Operationsziel, nämlich Patrouille in AN13 unterrichtet habe.

 07:20 Uhr

Während wir hinter unserem deutschen Geleitschutz durch die Bucht von Wilhelmshaven fahren geht schön langsam die Sonne auf, hoffentlich bleibt das Wetter so, eine ruhige See ist für unser Vorhaben äußerst wichtig.

08:00 Uhr

Langsam verlassen wir die Bucht von Wilhelmshaven, kurz nach 8 Uhr morgens wird der Leuchtturm auf Mellum in ca. 10km Entfernung sichtbar.

“LI, heute um 12 machen wir mit den Offizieren eine außertourliche Einsatzbesprechung, es gibt noch einige Dinge die ich aufgrund unserer Befehle mit ihnen und den anderen zu besprechen habe, informieren Sie bitte auch Eisenholz, Kessler und Linke-Stier “ wende ich mich kurz und emotionslos an unseren LI Herbert Lindner. Ich bin kein besonders guter Lügner, vermutlich auch deshalb haben einige der Offiziere schon bemerkt das etwas im Busch ist.

10:00 Uhr

Gegen 10 Uhr Vormittags kreuzen zwei Marine Artillerie Leichter unseren Weg, halten vermutlich Kurs Richtung Nord-Ostsee Kanal

10:30 Uhr

Befinden uns auf Höhe Helgoland, in letzter Zeit haben sich die Gerüchte gehäuft das die Briten hier Minen gelegt haben. Deshalb ist es ganz nützlich wenn uns unser Begleitschutz manchmal etwas länger absichert. Bis 11 Uhr dreht unser Minenräumer aber ab, und wir sind auf uns selbst gestellt.

12:00 Uhr

Einsatzbesprechung mit den Offizieren:

“Wir haben was großes vor…” beginne ich meinen kurzen Vortrag, “…in den letzten Wochen hat die Luftwaffe und KptLt. Wellner hervorragende Aufklärungsarbeit rund um Scapa Flow geleistet, weshalb es nach dafürhalten des BdU und meinerseits möglich sein sollte unbemerkt in die Höhle des britischen Löwen einzudringen.”

Ich lege einen Plan auf unseren kleinen Kartentisch worauf ich das geplante Vorgehen erläutere

“Ich halte ein Eindringen von östlicher Seite, durch den Holm Sound für die Aussichtsreichste Variante, geplant ist ein Angriff in der Nacht von 13. auf 14. Oktober. In dieser Nacht haben wir 2-mal Stillwasser, was uns das navigieren deutlich erleichtern sollte”

Ich habe so meine Schwierigkeiten den Gesichtsausdruck der Männer richtig zu deuten, aber es ist wohl eine Mischung aus Angst und doch auch Vorfreude. Eine so große Aufgabe ist äußerst ruhmreich für jedes Mannschaftsmitglied, so denn sie auch gelingt.

“Im Endeffekt müssen wir abwarten wie das Wetter ist sobald wir am Abend des 13. Oktober vor Ort sind, und außerdem die tatsächliche Stärke der britischen Sicherung abwarten. AN13 ist nur unser Sekundäres Operationsziel, falls ein Eindringen nach Scapa Flow nicht möglich ist. Die Entscheidung liegt in letzter Instanz bei uns.”

“Gibt es Fragen?” beende ich meinen kurzen Vortrag.

“Gibt es gesicherte Ziele in Scapa Flow, hat unsere Luftaufklärung in der Hinsicht etwas herausgefunden?” bringt unser IWO vor. “Nicht wirklich” entgegne ich. “Die letzten Aufnahmen sind über 2 Wochen entstanden, einen Tag nachdem die Luftwaffe ein Artillerieschulschiff versenkt hat. Seitdem kann sich natürlich einiges geändert haben, aber das werden wir herausfinden”

“Des weiteren sollen laut unserer Abwehr die Befestigungsanlagen und Sicherungen in Scapa Flow ausgebaut werden, d.h. ein erfolgreiches Vorgehen wird von Woche zu Woche schwieriger, weshalb wir jetzt oder nie handeln sollten, müssen…”

“Meine Herren, lassen Sie das ganze mal auf sich wirken, falls jemand fragen hat kann er natürlich jederzeit zu mir kommen. Ich werde anschließend auch noch die Mannschaft informieren.”

Gleich nach Ende der Einsatzbesprechung ist gleich das Geschnatter groß, wie in einem Hühnerstall merkt man wie sich die Gedanken in den Köpfen der Männer formen, und wie sie beginnen das soeben gesagte zu verarbeiten. Aber ich habe mir das ganze gut überlegt, und mein Entschluss steht fest!

Der Rest des Nachmittags verläuft ruhig, wir halten Kurs entlang der dänischen Westküste und laufen den ganzen Tag über Wasser.